Rückenwind

Kennt ihr noch das Lied „Rückenwind“ von Thomas D.? Daran musste ich heute beim Laufen denken. Aber erst beim Rückweg – heißt ja auch Rückenwind. Zuerst musste ich dem Wind entgegenlaufen. Der hat zum Teil ganz schön geblasen, da habe ich meinen Podcast zum Thema Estland zum Teil nur schlecht verstanden. Aber auf dem Rückweg hat mich der Wind dann angetrieben, so dass ich wie der Wind heimgelaufen bin. Das ging wie im Flug, wie fliegen. Echt schön. Und keine Kniesorgen! Der Himmel war zweigeteilt: im Süden blauer Himmel, von Norden her kamen Wolken. Es lief gut. Die Ablenkung in Form eines interessanten Podcasts hilft mir auf meinen einsamen Laufstrecken. Da höre ich zu, sehe die Landschaft (die ja an der Bahnstrecke eher eintönig ist) vorbeiziehen und achte nicht aufs Laufen. Ich weiß nicht, ob ich schnell oder langsam laufe. Ich bin nicht außer Puste, nicht am Limit. Aber ich trödel auch nicht rum. Ich will ja wieder heimkommen. Mit dem Podcast vergeht die Zeit dann ganz gut. Und ich habe einen Rahmen, weil ich weiß, wie lang die Folge dauert. Dann weiß ich auch, wie lange ich gelaufen bin. Eine Uhr habe ich nicht (bzw. die Batterie ist leer) und als ich mal eine benutzt hatte, hat es mich ungut abgelenkt, immer auf die Uhr zu schauen. Da vergingen ja nicht mal die Sekunden! Furchtbar. Langweilig. Lieber was anhören. Musik würde mich zu sehr beeinflussen, ich würde keinen guten Rhythmus finden.

Außerdem bin ich ja voll stolz, weil ich diese Woche allein (!) zweimal (!) zum Laufen gegangen bin. Das Chlorhuhn an Land unterwegs. Und was kann ich sagen? Es war schön. Nicht nur heute, sondern auch am Mittwoch. Da war ich bei kühlerem Wetter und bedecktem Himmel unterwegs. Angehört habe ich zwei Podcasts über Finnland. Es gibt ja diese neue ARD-Audiothek-App. Da sind alle Podcasts der gesamten ARD sowie Deutschland Radio drin. Übers Suchfeld kann man sich thematisch durch alle Angebote suchen, herunterladen und eine Playlist erstellen. Ich finde das ganz prima! Wen’s interessiert, hier gibt’s Infos zur App. Die App selbst gibt’s im AppStore und bei Google Play.

Da der Jahresanfang im Schwimmbad erfahrungsgemäß schwierig ist, weil alle Leute mit ihren guten Vorsätzen kommen, werde ich wohl auch im Januar öfter laufen gehen. Weil es schon auch Spaß macht. Und weil ich ja im Sommer ganz gut im Training war. Da will ich eigentlich nicht wieder bei Null anfangen müssen, sondern zumindest das Niveau halten. Und nachdem mein Knie nicht zickt und ich auch keine „Geh“-Intervalle einlegen muss, ist das doch eine ganz gute Basis.

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Sonntagslauf

Ich bin mal wieder stolz auf mich: Ich bin allein zum Laufen gegangen. Und das, obwohl es einerseits kalt, andererseits zum Teil sonnig war. Da hätte ich auch zum Eisschwimmen radln können – bin ich aber nicht. Denn ich hatte mir fest vorgenommen, diese Woche auch mal laufen zu gehen. Und das wurde dann umgesetzt.

Mittags war es nämlich einigermaßen schön: sonnig, aber windig. Und kalt. Das merke ich, als ich vors Haus gehe. Hui! Hoffentlich bin ich warm genug angezogen. Anfangs ist es ziemlich kühl. Aber das kenne ich ja vom Radln: Bei der Bewegung wird’s warm, deshalb bin ich guter Dinge und starte durch. Obwohl ich in letzter Zeit sehr unregelmäßig laufen war, geht’s gut. Blöd ist nur, dass ich an den Ampeln stehen bleiben muss – das ist kalt. Und dann ist halt auch Sonntag, das heißt, dass zum Teil Fußgängergruppen unterwegs sind. Doch ich kann gut an ihnen vorbeilaufen und am Schlosskanal nehme ich zum ersten Mal den „Joggerpfad“, der etwas höher als der Fußweg ist, aber noch nicht die Straße ist.

Passend zum kalten Wetter höre ich wieder einen Podcast. Die „radioReisen“ sind in der von mir ausgewählten Folge im hohen Norden unterwegs. Segeln von Norwegen nach St. Petersburg, trinken Kaffee in Finnland und zum Schluss geht’s an die dänisch-deutsche Grenze zum Maler Emil Nolde. Die Geschichten tragen mich zum Nymphenburger Schloss. Während der Podcast vom Kaffee in Finnland schwärmt, trabe ich an der Nymphenburger Porzellanmanufaktur vorbei. Das Schloss lasse ich rechts liegen, in den Park laufe ich nicht rein. Ich jogge Richtung Hirschgarten. Den Weg wollte ich immer mal testen. Es geht dann zwar wieder an der Straße entlang, aber es ist eine ruhige Straße im Wohngebiet. Und da entdecke ich ein kleines Café: Allee-Café oder so. Sieht nett aus, denke ich im Vorbeilaufen. Es ist in der Hirschgartenallee. Vielleicht schaue ich da mal rein? Jetzt geht’s erstmal weiter zum Hirschgarten. Hier wechselt die Szenerie wieder von der Wohnstraße zum Park und der Podcast ist beim Maler Emil Nolde angelangt. Ich finde es schön, dass mich jemand beim Laufen in eine fremde Welt entführt, wenn ich schon keinen Mitläufer habe.

Immer mal wieder schaut die Sonne zwischen den Wolken raus. Die Wolken ziehen wegen des Windes recht fix am Himmel entlang. Manchmal merke ich den kalten Wind aber gar nicht, es scheint, als hätte ich eine gute Strecke gewählt. Nur am Kanal, als es anfangs strikt nach Westen ging, musste ich direkt in den Gegenwind laufen.

Und da fällt mir noch eine witzige Begebenheit ein: In Filmen sind Jogger oft ziemlich gut eingepackt. Während andere Schauspieler zum Beispiel im T-Shirt oder im Kleid zu sehen sind, ist der Jogger/die Joggerin in derselben Szene dick eingepackt, in lange Jogginghosen und einen dicken Sweater mit Kapuze. Sowas ist mir bisher nicht aufgefallen, aber seit ich selbst laufe, bin ich da aufmerksamer – und wundere mich. Denn beim Laufen wird einem ja warm, deshalb sind die Jogger im echten Leben meist dünner gekleidet als die Spaziergänger. So wie ich heute. Doch meine langärmelige Radljacke, die Windstopperweste und meine Dreiviertellaufhose sind ausreichend. Ich habe natürlich eine Mütze auf (habe ich fast immer) und Handschuhe habe ich angezogen. Die waren eine gute Idee, sie sind dünn, wärmen die Finger, die sonst wohl unter der Kälte gelitten hätten.

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Mangels „schlauer Uhr“ habe ich meine Strecke so ungefähr in Google Maps nachgezeichnet.

Und dann ist der Podcast zu Ende und ich bin fast daheim. Das heißt, dass ich in etwa 45 Minuten gelaufen bin. Jetzt noch eine Breze beim Bäcker und dann heim. Bissl Athletik und Dehnen im Warmen.

High Speed 

Ich war heute mal wieder beim Lauftreff im Englischen Garten. Da wurden nämlich Kompressionshosen zum Testen angeboten und das Thema finde ich interessant. Und wie beim letzten Mal nutze ich die Gelegenheit, um dort auch mitzulaufen.

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Neugierig, wie ich bin, frage ich Mitläuferin Andrea, was sie sich von der Hose erwartet … (C) BKK Mobil Oil Lauftreff

Ich teste auch gleich mal so eine Hose. Sie sitzt eng, ist aber nicht unbequem. Der Hersteller verspricht, dass sich durch die Kompression die Blutzirkulation verbessert und so der Sauerstoff schneller in die Muskeln kommt. Der enge Stoff übt Druck auf die Gliedmaßen und Muskeln aus. Außerdem sollen sich die Muskeln schneller erwärmen und sie stabilisiert.

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Matze von 2XU erklärt, welche Vorteile Kompressionshosen haben. Die Läufer durften auch testen (C) BKK Mobil Oil Lauftreff

Ich laufe in Gruppe 3 mit. Die drittlangsamste von vier Gruppen. Es soll einen Dauerlauf mit einer Pace von 6 geben. Mir als Chlorhuhn sagt das nicht viel, die Erklärung lautet, dass ich bei dieser Geschwindigkeit für 10 Kilometer eine Stunde unterwegs bin. Gut, das habe ich beim Lauf10!-Abschlusslauf ja fast geschafft. Da hab ich 1‘01 Stunden gebraucht.

Es ist schon stockfinster, als wir um 19 Uhr starten. An meine Stirnlampe habe ich nicht gedacht. Meine Mitläufer sind zum Glück erfahrener und deshalb auch gut beleuchtet. Im Englischen Garten gibt’s nämlich so gut wie kein Licht.

Ich halte mich in der Mitte der Gruppe, damit ich was sehe und mithalten kann. Es geht nämlich ganz schön zügig voran. Aber das macht mir gar nichts aus. Ich komme gut mit. An den Armen ist mir trotz langer Ärmel etwas kühl, aber an den Beinen ist es warm. Von innen. Ich habe das Gefühl, dass die Kompressionshose die Beine warm hält. Und mich – entgegen der Behauptung – schneller macht. Oder es ist einfach der Herdentrieb!

Ich laufe und laufe und laufe. Zum Ratschen kommt hier heute kaum jemand, höchstens kurze Sätze. Jeder läuft für sich und doch alle miteinander. Schön ist das!

Von der Umgebung kriege ich leider kaum was mit. Es ist dunkel, ich muss mich auf den Boden konzentrieren. Hui, da sind wir doch am Kleinhesseloher See vorbei gelaufen. Schön, mit den Lichtern. Und dann sind wir schon weg. Und ich schau wieder auf den Weg vor mir.

Ich bin auf einmal ganz bei mir. Denke nicht. Nicht daran, wohin die Strecke geht. Nicht, wie lange es dauert. Gar nichts. Nur laufen. Liegt es an der Dunkelheit? Oder daran, dass ich mich um nichts kümmern muss? Strecke und Geschwindigkeit geben der Lauftrainer und die Gruppe vor. Einwände? Habe ich nicht. Ich muss gar nichts, außer einen Fuß vor den anderen setzen. Und das eben ziemlich schnell.

Aus dem Augenwinkel sehe ich den zunehmenden Mond am Himmel, dazu ein paar Sterne. Darunter leuchtet gelb die Theatinerkirche. Links ist der Monopterus auf seinem Hügel angeleuchtet. Hübsch, wie in einer Postkarte. Für einen Augenblick, dann muss ich mich wieder aufs Laufen und den Weg konzentrieren.

Nach etwa sieben Kilometern sind wir zurück. Keine Kniebeschwerden, nicht mal komplett außer Atem. Ich kann auf den letzten Metern sogar noch mit der Gruppe mithalten, als sie noch einen Zahn zulegt.

Da ich keine schlaue Uhr habe, frage ich den Lauftrainer Christoph, wie schnell wir waren. „Im Schnitt um die 5‘50“, antwortet er. Oha, da hab ich ganz schön Gas gegeben!

Dauerhaft so schnell, das war ich noch nie. Ich habe es auch noch nie draufangelegt und zugetraut hätte ich es mir schon gar nicht!

Die Frage ist nur: War es die Kompressionshose oder die Gruppe? Oder stand der Mond günstig?

Sonnenuntergangslauf

Am Mittwoch war es mal wieder so weit: Ich war mit meiner Freundin Diana beim Laufen. Der Tag war schon schön, mit Sonne und Schleierwolken. Als wir uns um 18.45 Uhr treffen, ist der Tag schon fast vorbei. Denn jetzt, im Herbst, geht die Sonne schon früh unter. Wir haben uns wieder für die Strecke am Nymphenburger Schlosskanal entschieden. Die richtige Entscheidung, wie sich sofort rausstellt: Eine wunderschöne Abendstimmung liegt über dem Kanal. Wir laufen auf der nördlichen Uferseite entlang, das Wasser spiegelt die Bäume, der Himmel ist rosa. Bei dieser schönen Abendstimmung fällt mir das Laufen ziemlich leicht. Außerdem gibt’s viel zu erzählen, denn ich war zehn Tage in Finnland. Doch das Erzählen und Laufen passen erstaunlich gut zusammen und ratz-fatz sind wir an der Ampel und müssen kurz pausieren. Lustigerweise passt das genau zum Trainingsplan, den Diana in ihre schlaue Uhr programmiert hat.

Dann geht’s im äußeren Schlossrondell rechts rum, jetzt sehen wir den Abendhimmel in seiner ganzen Schönheit. Und das Nymphenburger Schloss davor – es ist Kitsch pur. Manchmal muss ich mich selbst ermahnen, dass das eine DER Sehenswürdigkeiten Münchens, wenn nicht sogar Bayerns, ist. Schließlich wurde hier der „Kini“ geboren und Touristen aus aller Welt kommen und schauen sich das Schloss, die Schönheitengalerie und den Schlosspark an. Und wir? Wir joggen hier mal eben so vorbei, weil es halt so naheliegend ist.

Dann biegen wir in den Schlosspark ein. Allerdings ist es viel dunkler als vor zwei Wochen noch, so dass wir nicht mehr in den Wald abbiegen, sondern auf dem Weg an den Bäumen bleiben. Wir laufen an einer der Parkburgen vorbei, links ist der See. Und noch immer der rosarote Himmel. Als uns die Strecke über die kleine Brücke führt, ist wieder eine Walking-Einheit dran. Und Diana hat zum Glück ihr Handy dabei (nächstes Mal muss ich meins einstecken!), um zumindest ein bisschen was von dieser grandiosen Stimmung festzuhalten. Im Westen ist es tiefrosa, pink sogar. 

Wunderbare Abendstimmung im Nymphenburger Schlosspark

Und die Sichtachse geht genau auf den Mittelbau vom Schloss. In den Fenstern spiegelt sich das pinke Sonnenlicht, es sieht gespenstisch aus. Oder wie ein beleuchteter Adventskalender.

In echt natürlich viel besser, aber vielleicht schaut ihr euch das selbst bei einer Laufrunde an …

Jetzt ist auch schon der Rückweg eingeläutet, so dass wir auf das Schloss zulaufen und dem abendlichen Lichtspiel noch etwas zuschauen können. Noch immer fällt mir das Laufen leicht, eigentlich läuft es quasi nebenbei. Es ist richtig schön – nicht nur wegen der Abendstimmung, sondern überhaupt.

Und als wir wieder am Kanal außerhalb des Schlosses unterwegs sind, mahnt mich Diana zum langsameren Laufen. Denn die Einheit für heute ist fast um. Allerdings bin ich wohl immer noch zu schnell – das müssen wir also mal üben. Am Ende standen 6,56 Kilometer auf Dianas Uhr und wir haben dafür 46 Minuten gebraucht. Ich bin damit hochzufrieden. Vor allem, weil es einfach ein schöner Abend war!

Lauf-Freu(n)de

Gestern war ich zum ersten Mal mit einer Freundin beim Laufen. Irgendwie hat sich das in meinem langen Leben noch nie ergeben. Umso schöner, dass es gestern geklappt hat. Diana, meine Schwimm-Freundin, ist eigentlich Läuferin. Sie hat im Sommer einen Halbmarathon in unter zwei Stunden gefinisht, da war ich natürlich skeptisch, ob ich da überhaupt mithalten kann.

Wir haben uns am Hubertusbrunnen getroffen, um am Nymphenburger Schlosskanal entlang zu laufen. Und das in schönster Abendstimmung. Es war nämlich den ganzen Tag recht grau und greislig, aber abends kam dann fast die Sonne raus. Zwischen den Wolken gab’s ein kleines bisschen Abendrot. Sehr schön.

Das Laufen lief gut. Wir waren im gleichen Rhythmus und Tempo. Und damit ich mich nicht wie letzte Woche wieder überanstrenge und zu viel auf einmal will, machen wir aus, dass es auch ein paar Walking-Intervalle geben wird. Nach acht Minuten laufen schieben wir eine Minute walking ein. Und dann geht’s weiter. Nie außer Puste, aber auch nicht langsam. „Ohne dich wäre ich jetzt langsamer unterwegs“, gesteht mir Diana, als wir im Nymphenburger Schlosspark angekommen sind. Es ist wohl so, dass man allein eher gemütlich unterwegs ist.

Im Schlosspark ist es unter den Bäumen schon ganz schön dunkel. Es wird einfach Herbst, die Sonne geht um kurz nach 19 Uhr unter, die Wolken tun ihr übriges. Denn der Himmel ist zum größten Teil einfach grau. Umso schöner ist das Bild, das sich uns jetzt bietet. Da wir seitlich in den Schlosspark gelaufen sind, dauert es ein bisschen, bis wir den Garten-Teil zu sehen bekommen. Und was sehen wir da? Es leuchtet förmlich rot-gelb-orange! Die Gärtner haben in den Blumenbeeten lauter schöne Herbstblumen eingepflanzt. Keine Ahnung, was es ist, so nah sind wir nicht hingelaufen. Aber die Farben waren äußerst zauberhaft (Foto gibt’s keins – ihr müsst schon selbst hinlaufen!).

Wir drehen eine mittelgroße Runde im Park, es geht durch den Wald, an einem der Parkseen vorbei und schließlich noch über eine Brücke, die über den Hauptkanal führt.

Fast 7 Kilometer, das ist doch eine schöne Strecke

Ich habe während der ganzen Runde keinerlei Beschwerden. Weder im Knie noch Seitenstechen oder Atemnot. Es scheint, als wären Diana und ich ein gutes Team! Außerdem ist die Zeit wie im Nu vorüber! Flugs sind wir zurück am Hubertusbrunnen, machen noch ein Selfie und dann geht’s heim. Denn es ist ganz schön kühl und wir wollen uns nicht erkälten.

Das mit den Selfies üben wir noch. Aber das Laufen lief gut!

Und auch am Tag danach, also heute, ist alles gut: kein Muskelkater, kein Kniezwicken – nix. Außer der Vorfreude auf die nächste Diana-Runde!

Herbstlauf

Die Laufente war seit dem Abschlusslauf der BR-Aktion „Lauf10!“ nur noch einmal laufen, im Juli. Seitdem hatte meine Laufgruppe Pause und ich habe diese Pause nur zu gern angenommen. Faul war ich natürlich nicht, ich war viel beim Schwimmen.

Da am Montag der letzte Freibad-Tag war, habe ich mir aber vorgenommen, wieder mit dem Laufen anzufangen – bzw. weiterzumachen. Denn eigentlich ist es schon ganz schön blöd, dass ich das, was ich mir aufgebaut habe, so schleifen hab lassen. Denn schließlich baut der Körper immer ganz schön ab. Aber naja – jetzt ist es halt so und ich kann es nur beim nächsten Mal besser machen.

Heute bin ich aber sehr stolz auf mich. Denn: Ich war laufen. Allein. Im Herbstniesel. Sowas! Aber nachdem das Wetter sonst keine Aktivitäten (Eisschwimmen, zum Beispiel) zuließ, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Ich habe daheim, nach der Arbeit, nicht lange rumgefackelt, sondern gleich die Laufsachen angezogen und einen Podcast ausgesucht, den ich unterwegs anhöre.

Die Strecke habe ich mir schon länger überlegt: Meine Radlstrecke zum Lußsee, also: einen Abschnitt davon. Da gibt’s nämlich nur eine Ampel und kaum Bäume. Wegen des Sturms heute wurde vor Parks und Wäldern gewarnt. Und ich kenne die Strecke, das hilft.

Im Ohr war der Podcast von den „radioReisen„, es ging – wie kann es anders sein? – ums Schwimmen. Also eher um Strände und Schwimmbäder. Sehr interessant. Und kurzweilig, ohne mich abzulenken oder zu beeinflussen. Bei Musik würde ich mich wohl zu sehr antreiben lassen. Ich versuche gleichmäßig zu laufen und schaffe es, 20 Minuten am Stück zu traben. Keine Ahnung, ob ich schnell oder langsam bin. Es fühlt sich gut an, ich bin nicht außer Puste, das Knie spielt mit. Und ich stelle fest, dass der Herbst auch in München langsam Einzug hält. Die Birken am Weg wechseln schon leicht ins Gelbe, der Efeu an dem Absperrzaun ist feuerrot. Und auf den Brachflächen blühen pinke und gelbe Wildblumen. Sehr schön – trotz des grauen Wetters.

Farbtupfer im Nieselgrau

Nach den ersten 20 Minuten gehe ich ein bisschen. Das linke Knie machte sich nämlich bemerkbar. Und zurück muss ich ja auch wieder. Ich suche mir eine markante Stelle und mache mit mir selbst aus, dass ich bis dort hin „walke“ und dann wieder das Laufen starte. Dann macht das Laufen im Nieselregen aber auch so viel Spaß, dass ich auch mal kurze Schnelllauf-Intervalle einlege. Bis da vorne, wo der markante Baum steht, laufe ich schneller. Dann wieder normales Tempo. Ah, da vorne fängt der Zaun an – bis dahin noch laufen, dann wieder walken. Und so weiter. Irgendwann ist der Podcast aus – er hat 43 Minuten gedauert. Und ich bin noch unterwegs. Jetzt mag ich aber nichts mehr anhören, ich laufe einfach so weiter. Langsam, schnell, walken und wieder laufen. Und dann bin ich auch wieder daheim.

Insgesamt war ich etwa 55 Minuten unterwegs und Google Maps meinte im Nachhinein, dass es wohl 7 Kilometer waren. Damit kann ich ganz zufrieden sein. Am zufriedensten bin ich aber, dass ich überhaupt laufen gegangen bin! Ohne Mitstreiter, ohne super Wetter – einfach so!

Fremdlaufen

Seit unserem Abschlusslauf in Wolnzach macht das Laufen Pause. Alle aus der Gruppe waren sich einig, dass wir weiterlaufen wollen. Nur jetzt ist grad Sommerpause. Und ich war heute laufen! Ja. Sowas!

Das kam so: Ich habe ein Interview beim BKK-Mobil-Oil-Lauftreff fürs Fitnessmagazin gemacht. Und dann dachte ich, dass ich da auch gleich mitlaufen kann. Wenn ich eh schon da bin. Gesagt, getan!

Es waren ziemlich viele Laufwillige und wir wurden in Gruppen eingeteilt. Ich bin dann in einer mittelguten Gruppe mitgelaufen. Da gab’s zwei Intervalle im Angebot. Außerdem waren wir nur etwa acht Leute. Das ist eine gute Gruppengröße. Es ging auch gleich los, durch den Englischen Garten. Denn der Lauftreff ist beim HVB-Club im Englischen Garten. Also nicht nur neue Leute, sondern auch eine neue Strecke. Den Englischen Garten kenn ich ja eher vom Radln.

Anfangs bin ich einfach so vor mich hingelaufen, habe den anderen so halb zugehört, was sie reden. Ich finde das manchmal ganz nett, nur laufen, nix reden und erst mal schauen. Das Tempo war ganz gut. Und nach einer Weile fängt einer der Mitläufer ein Gespräch mit mir an. Aufhänger war meine Arbeit, aber das war ok. Das Gespräch war interessant, so verging die Zeit ganz gut. Allerdings hat das Ratschen bissl was von meiner Energie abgezogen oder ich bin nicht mehr im Training. Denn der Abstand zur Gruppe hat sich irgendwann ziemlich vergrößert. Beim zweiten Sprint haben wir aber gut aufgeholt. Und am Ende sind wir alle gemeinsam angekommen.

Es war schön, mal wieder zu laufen. Und ich bin ziemlich stolz auf mich. Ich hätte ja nicht laufen müssen. Interview hätte ja auch so geklappt. Aber irgendwie hatte ich wieder Lust. Und dann war es zwar anstrengend, aber schön. Es war ziemlich warm, am Ende lief mir der Schweiß in Bahnen an den Beinen runter. Auch, wenn ich dann noch ziemlich weit heimradeln musste, bin ich froh, dass ich mitgelaufen bin. Es waren wohl 7 Kilometer, meinte Laufgruppen-Trainer Christoph. Wir waren etwa 50 Minuten unterwegs.

NACHTRAG: Ich habe heute ziemlich schwere Beine und ein komisches Ziehen im Bauch. Erstes konnte ich gleich zuordnen, aber das andere? Bauchmuskelkater vom Laufen? Und dann ist es mir eingefallen: nach dem Lauftraining haben wir noch Athletikübungen gemacht. Unter anderem für den Bauch. Aha… daher das seltsame Ziehen. Aber das vergeht ja wieder… 😉